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  • Judith Heizer

Wem kannst du vertrauen? - Ein Trust-TÜV

Vertrauen ist eine Fähigkeit, keine Schwäche.

Dennoch kommt nicht jeder Mensch, den wir kennen lernen, in unser Leben. Und nicht jede*r mit einem gelösten Eintrittsticket darf auch bleiben. Dafür gibt es gute Gründe und manchmal auch nicht, wie etwa ein schlecht oder gar nicht gelöster Konflikt. Das Zauberwort hier ist Vertrauen.

Vertrauen baut sich auf, wenn wir regelmäßig positive Erfahrungen miteinander machen, also wenn wir erleben, dass jemand loyal ist und wir uns auf sie verlassen können. Zum Beispiel deine Arbeitskollegin, die dir beim Möbelschleppen hilft oder dein Freund, der respektvoll mit deiner Zeit umgeht und sich immer meldet, wenn er sich mal verspätet. Deine Frau, die dich nie anlügen würde. Dein Nachbar, der noch kein einziges Mal vergessen hat, deine Blumen zu gießen, wenn du im Urlaub warst.


All das bringt uns dazu, zu vertrauen. Und trotzdem passiert es, dass jemand aus dieser Bubble kippt und bei uns das unangenehm kratzige Gefühl von Enttäuschung auslöst.

Deshalb möchte ich dir heute die 4 Kategorien vorstellen, in die wir andere Menschen - mehr oder weniger bewusst - einteilen. Man nennt sie auch die "4 Typen des Vertrauens". Sie unterstützen dich dabei, dir wieder in Erinnerung zu rufen, warum bestimmte Menschen in deinem Leben sind. Here we go:


1. Kompetenz: Eine Person, die eine Autorität auf ihrem Gebiet ist, jemand, die über entsprechende Kenntnisse und Skills verfügt, die Erfahrung hat und von der guter Rat teuer ist - das ist jemand, auf deren Meinung wir in ihrem Fach vertrauen, weil sie uns etwas zu sagen hat. Agatha Christie wäre so jemand, wenn es darum geht, einen eigenen Krimi zu schreiben.


2. Care: Das sind die Menschen, denen du am Herzen liegst. Die möchten, dass es dir gut geht und dazu beitragen wollen. Die an dich glauben. Die mit dir vom 5m-Brett springen, weil du dich allein nicht traust, die dich zur Ärztin begleiten und mit dir deine Geburtstagsparty planen. Wie zum Beispiel enge Freunde und Verwandte.


3. Charakter: Manche Menschen haben einen starken ethischen Kompass. Sie haben Werte, die ihnen wichtig sind, nach denen sie ihr Leben ausrichten und deren Wertesystem sich mit unserem deckt. Charakter spielt vor allem in zwischenmenschlichen Beziehungen eine Rolle (Partnerschaft, Teamkollegen, Geschäftspartnerinnen). Wir können uns darauf verlassen, dass jemand meint, was er oder sie sagt - und es auch tut. So jemand ist dann im wahrsten Sinn des Wortes vertrauenswürdig, eine wichtige Voraussetzung dafür, dass wir ihn*sie respektieren können.


4. Beständigkeit: Diese Menschen mögen keine Topexpertinnen sein oder den untadeligsten Charakter haben oder sich immer um dich kümmern, aber sie sind verlässlich und sie sind da - oft schon dein ganzes Leben lang. Mit ihnen verbindet dich vor allem die Zeit und sie sind die einzigen, die noch wissen, wie dein Look mit 15 war (Afrolook, Jeanslatzhose & Jogging High), weil sie damit genauso bescheuert aussahen wie du.


Niemand trägt ein Schild mit sich herum, das uns zeigt, was uns diese Person bieten kann und möchte. Wir können nur beobachten, wie sich jemand verhält und uns fragen: Passen Worte und Verhalten zusammen? Hält er, was er verspricht? Ist sie da, wenn ich sie brauche?


Wir tendieren dazu, alle 4 Kategorien in ein und derselben Person zu suchen. The whole package, das uns alles gibt, was wir brauchen. Das setzt den Standard fast unmöglich weit oben an. Es ist ebenso schwer, diese Person zu finden als sie selbst zu sein. Sogar bei einem Partner oder einer Partnerin ist das ein Ding der Unmöglichkeit. Care und Charakter ja, aber niemand kann in allen Dingen des Lebens kompetent und über Jahre immer dann zur Stelle sein, wenn wir es gerade möchten. Insofern erinnern uns die 4 Typen des Vertrauens daran, was genau wir uns von jemandem erwarten und wo (sprich: in welcher Kategorie) wir übers Ziel hinausschießen.


Warum ist das wichtig?

Weil wir uns schnell enttäuscht fühlen, wenn jemand unseren Erwartungen nicht entspricht. Und dann das Gefühl haben, zu wenig Liebe und Aufmerksamkeit zu bekommen. Wir tendieren dazu, zu viel in einen Menschen hinein zu projizieren. Deshalb ist die Rückbesinnung auf das, was sein*ihr eigentlicher Mehrwert in unserem Leben ist, wichtig, wenn wir aus der Enttäuschung in Fairness und Dankbarkeit kommen wollen.


Herzlich,






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