Back to normal?

"In mir gibt es zwei Wölfe, die einander bekämpfen", sagte der indianische Großvater zu seiner Enkelin. "Der eine ist der Wolf der Liebe und des Friedens, und der andere ist der Wolf der Angst, des Ärgers und des Krieges."

"Und welcher von beiden gewinnt?", fragte das Kind.

"Der, den ich füttere", erwiderte der alte Mann.

Katastrophe oder Chance & Neubeginn? Wie wir die Situation rund um Corona bewerten hängt davon ab, welcher inneren Programmierung wir folgen. Choose your wolf wisely!

Es kann sein, dass wir in den nächsten Wochen langsam wieder zu einer gewissen gesellschaftlichen Normalität zurückkehren. Doch selbst wenn das Virus an sich in ein paar Wochen kein Thema mehr sein sollte, wird es uns weiterhin beschäftigen. Das Besondere an Corona sind ja nicht nur die sofort und direkt spürbaren Auswirkungen auf unseren Alltag wie die Einschränkung von Bewegungsfreiheit, Versammlungs- und Reiseverbote, Maskenpflicht etc.. Manche halten Corona für den tiefgreifendsten Eingriff in unser Wirtschafts- und Finanzsystem seit dem 2. Weltkrieg, dessen Folgen uns womöglich noch für Jahre begleiten werden. 

"Wir laufen da in eine völlig unbekannte Richtung", sagt dazu beispielsweise der deutsche Finanz- und Wirtschaftsexperte Martin Bernecker. Er interpretiert es allerdings als Gesundungsprozess eines maroden Systems und als eine überfällige Korrektur und Neuordnung. Experten hätten schon länger damit gerechnet, jetzt sei sie da.  "I am hopeful for a better system", stellt auch eine der einflussreichsten internationalen Trendforscherinnen, Li Edelkoort, fest. Sie geht sogar noch weiter: Das Coronavirus "offers a blank space for a new beginning".  Wie dieses neue, bessere System aussehen wird?

Im guten Fall wachen wir auf aus der kollektiven Müdigkeit, die so viele von uns beobachtet haben. Dann schaffen wir einen kognitiven Aufbruch aus Kompromissen, die sich schlecht und uninspiriert angefühlt haben. Wenn vieles nicht mehr so selbstverständlich ist wie vorher bietet sich die Chance, ein gesünderes Umfeld und nachhaltigere Lebensbedingungen zu schaffen. 

Wir organisieren uns neu.


Im besten Fall zieht eine mutigere Menschlichkeit ein.

Schließung und Quarantäne haben letztendlich bewirkt, dass wir uns verbundener und einander wieder näher fühlen, lokal wie global. Lokal etwa in dem Sinn, dass wir vielen Berufsgruppen zukünftig mit mehr Sympathie und Wertschätzung begegnen werden. Oder die Unterstützung der Händler*innen vor Ort wieder das Naheliegendere ist. (Statt routinemäßig beim bekannten Online-Händler zu bestellen, habe ich gestern den Fahrradkurier einer Innsbrucker Buchhandlung ausprobiert und muss sagen: Es fühlte sich trotz der zwei Euro Preisunterschied besser an). 


Mutigere Menschlichkeit zeigt sich in einem globalen Näherrücken, die den Megatrend 'Connection' auf ein next level hebt. Es gibt kein 'Wir' und 'Die anderen'. Corona hat das sehr deutlich gemacht. Womöglich gelingt es jetzt, den Blick auch aus Europa abzuziehen und die Ausbeutung anderer Länder bewusst zu hinterfragen.

Und wenn CoVid 19 genauso wie SARS oder Ebola von Tieren ausgeht, dürfen wir uns einen konsequenteren Umgang mit Tierhaltung und unserer Ernährung angewöhnen. Denn gerade der Stellenwert unserer Eigenverantwortung wurde jetzt offensichtlich: Dass es auf jede und jeden von uns ankommt. 


Damit wir handlungsfähig bleiben, kreative Lösungen finden und auch kollektiv wieder in Fluss kommen, werden die spannenden Fragen auf persönlicher Ebene sein:


  • Hat diese Krise mich verändert?

  • Habe ich die Chance dieser Ruptur genutzt?

  • Was ist der Beitrag, mit dem ich jetzt Einfluss nehmen kann?


Derzeit sind wir auf ganz unterschiedliche Weise herausgefordert und machen alle ganz unterschiedliche Erfahrungen damit. Und selbst deine persönliche Erfahrung kann sich im Lauf eines Tages ändern: Vertrauen kippt in Zukunftsangst, Einsamkeit wechselt zu einem Gefühl von Verbundenheit und Wut wird zu Freude – anything goes.

Umso mehr möchte ich dir die lebensbejahende Vision des Zukunftsforschers Matthias Horx ans Herz legen.


In seinem Artikel "Die Welt nach Corona" geht es darum,


  • inwiefern das Virus als 'Evolutionsbeschleuniger' wirkt

  • von welchen Phänomenen wir uns verabschieden werden

  • worüber wir uns rückblickend wundern werden und

  • wie wir durch Corona ein 'Future Mind' - ein Zukunftsbewusstsein - entwickeln können

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Wir haben viel vor. In diesem Sinne: Stay stable!


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