AUS-Zeit: Wie kommst du zur Ruhe?

Aktualisiert: Juli 27

Ferienzeit. Runterkommen, abschalten, entspannen. Wohin gehst du, wenn du Stille suchst? Es gibt dafür genau zwei Möglichkeiten: Du kannst dir einen ruhigen Platz suchen, dich in eine einsame Hütte zurückziehen, in den Wald oder in eine Kirche gehen. Oder du kreierst deine eigene innere Stille-Oase, egal, wo du dich befindest.


Unser Bedürfnis nach einem inneren Ort der Stille steigt. Kaum eine Sehnsucht ist derzeit so groß wie die, zur Ruhe zu kommen, innezuhalten und loszulassen.

Wohl mit ein Grund, weswegen seit den 70ern Yoga und Meditation weltweit immer beliebter werden. Früher eher den Aussteigern, Indien-Freaks und Hippies zugeschrieben, hat inzwischen jede zweite Frau schon mal Yoga ausprobiert und jeder vierte Mann. Das erste deutschsprachige Yogastudio in Berlin wurde vor hundert Jahren errichtet. In den USA praktizieren über 20 Millionen Menschen Yoga, in Deutschland sind es 3 Millionen. Nach Wandern, Laufen, Radfahren und Schwimmen ist Yoga die fünftbeliebteste Sportart weltweit.


Meditation wird im asiatischen Raum seit 5000 Jahren praktiziert und hat auch eine jahrhundertelange christliche Tradition, wie etwa die "lectio divina" aus dem 5. Jahrhundert n. Chr.. Umfragen zeigen, dass sich auch die Zahl der meditierenden Erwachsenen in den letzten 5 Jahren verdreifacht hat. Was mich besonders freut: Es meditieren auch immer mehr Kinder und Jugendliche zwischen 4 und 17.

Worin liegt diese Anziehungskraft? Was zieht Millionen Menschen täglich auf Yogamatte oder Meditationskissen - mich selbst eingeschlossen?



Faszination Body-Mind-Connection


Bewegen bringt Segen, das ist bekannt. Sport hilft beim Stressabbau und etlichem mehr.

Ich hatte meine Mountainbike-Phase, die Kletterphase, die Fitnessstudio-Phase, die Laufphase. Yoga erweitert diese Palette um eine zusätzliche Dimension. Es geht in der Form, die ich praktiziere, weniger auf Tempo, sondern mehr um Achtsamkeit. Indem ich meine Bewegungen mit meinem Atem abstimme, bin ich bewusster bei dem, was ich gerade tue. Hirnloses Auspowern klappt hier nicht. Diesen Effekt, dass sich mein Geist mit jedem Asana mit entspannt, erlebe ich so tatsächlich nur beim Yoga.


Was Mediation betrifft: Forschungen dazu weisen nach, dass eine tägliche Meditationspraxis deutliche und überraschende Konsequenzen hat. Laut dem U.S. Department of Health and Human Services

  • verbessert Meditieren die geistige und körperliche Gesundheit allgemein (well being)

  • es senkt den Blutdruck

  • erhöht die Fähigkeit des Gehirns, Informationen weiterzuleiten

  • verbessert die Schlafqualität

  • fördert Aufmerksamkeit, Konzentration und Gedächtnis

  • hilft symptomreduzierend bei Reizdarmsyndrom & Colitits Ulcerosa

  • bei Schmerzerkrankungen

  • psychischen Erkrankungen wie Angststörungen, Depression und

  • bei Schlaflosigkeit

Nach manchen Studien hat Meditation auch einen signifikanten Anti-Aging-Effekt: Die äußere Schicht des Gehirns weist bei Meditierenden mehr Falten auf, was auf Wachstumsvorgänge hinweist. Wenn das stimmt, wirkt Meditieren sogar lebensverlängernd.


Noch ein spannender Aspekt: Laut dem deutschen Professor für Religionspsychologie Michael Ultsch, der zu Depression und Spiritualität forscht, erzielen Therapeut*innen, die selbst meditieren, bessere Therapieergebnisse.



Wie kommen wir in unsere Stille-Oase?


Unser Gehirn sucht immer vorausschauend nach Problemen, die es zu lösen gilt. Als Neandertaler war das wichtig und gut, jetzt führt es zu einer einseitigen Fokussierung auf Defizite.

Um hier gegen zu regulieren, braucht es neue Denk- und Verhaltensmuster. Klingt so simpel und alle von uns, die schon mal versucht haben, sich etwas an-oder abzugewöhnen wissen, so einfach ist es nicht. Denn unser Geist besteht aus zwei Teilen: Dem bewussten, analytischen Geist und dem unbewussten. Der analytische Geist mit Logik, Vernunft, Kritik, Willen macht 5% aus. Die restlichen 95% liegen sozusagen im Dunkeln, unter Wasser. Zu diesem großen Bereich zählen Gewohnheiten, emotionale Reaktionen, konditionierte (erlernte) Reaktionen, assoziative Erinnerungen, Routinegedanken und -gefühle, Einstellungen, Überzeugungen und die meisten unserer Wahrnehmungen. Auf all das haben wir keinen direkten Zugriff.

Woher wir das wissen? Weil es sich an unterschiedlichen Gehirnwellen messen lässt.

Bei konzentrierter Aufmerksamkeit, Fokus, Stress- oder Krisenmodus produziert unser Gehirn beta-Wellen.

Im Entspannungszustand, beim Tagträumen, bei leichter Meditation alpha-Wellen.

In Zuständen mit hoher Suggestibilität wie etwa im Halbschlaf oder wenn wir uns im Unterbewusstsein bewegen, misst man theta-Wellen.

Viele spirituelle Meditations- und Heilungsmethoden wie zB. Theta-Healing arbeiten genau mit diesem Zustand, wenn wir Zugriff auf diesen Bereich haben.



How to be in the moment


Stille, Zentriertheit und das ruhige Gefühl von Harmonie stellen sich also dann ein, wenn wir unsere Aufmerksamkeit aus dem bewussten in den unterbewussten Geist verschieben. Mit etwas Übung und ein paar einfachen Techniken erreichen wir einen Zustand, in dem wir die Gedankenspiralen aus Intellektualisieren, Vorwegnehmen, Kritisieren und Vermuten aufgeben und unseren Geist ruhigstellen.

Die Gedanken springen dann nicht mehr von gestern auf morgen, was mittags ärgerlich war und das wahrscheinlich unangenehme Gespräch heute Nachmittag, sondern kon-zentrieren sich auf das Jetzt. Das perfekte Gegenwarts-Training. Eckhart Tolle nennt es "the power of now."

Mit dem Zugang zum Unbewussten kommt der Geist nach Hause. Deshalb fühlt es sich so friedlich an. Gleichzeitig geht ein Tor auf in das unerschöpfliche Reservoir deines eigenen Potentials. Die besten Ideen kommen mir beim Meditieren, wenn ich nicht bewusst darüber nachdenke, wofür ich eine Lösung brauche.

Spirituell betrachtet schaltet der Geist um auf Empfang, anstatt ständig selbst zu senden.

Oder, wie es die amerikanische Autorin Marianne Williamson ausdrückt:


"Prayer is talking to God, meditation is listening."


Jetzt im Sommer, wenn alles ein bisschen langsamer wird, können wir die Zeit nutzen, um unseren Lifestyle wieder mehr an unseren Bedürfnissen zu orientieren. Das bedeutet, gesündere Entscheidungen zu treffen und die Dinge zu tun, die uns gut tun.

Für mehr Balance und die beste Version deiner selbst.

Und falls du bei deinem Lifestyle-Check Unterstützung brauchst, weißt du, wo du mich findest.


Ich wünsche dir einen herrlichen Sommer voller stiller Momente,




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DDr. Judith Heizer

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