4 Wege, wenn du die Fakten nicht ändern kannst

Eines meiner Lieblingsmantras ist Love it, change it or leave it.

Warum ich es so liebe? Weil es bestechend einfach ist und in jeder Situation anwendbar. Denn eines davon klappt immer. So wie jetzt, in dieser besonderen Zeit, die wir gerade erleben. Mit der ersten selbsterlebten Pandemie und allen Herausforderungen, die sie uns bereitet. Auch wenn ‚Leave it’ ausfällt – die Situation an sich können wir ja gerade nicht verlassen, bleiben uns noch: Love it & Change it.


Was tun gegen Seelenklaustrophobie und mentalen Lagerkoller?

Als Menschenarbeiterin und Wahrnehmungsprofi beobachte ich die unterschiedlichen Modi, mit denen wir gerade auf den Corona-Virus reagieren - mich selbst eingeschlossen. Wir sehen Ängste, Feindbilder, Hamsterkäufe, Jetzt erst recht-Ideen. Doch die meisten bleiben ruhig und verhalten sich sehr diszipliniert. Die wenigsten sind panisch. Was mich berührt sind die kleinen und großen Gesten solidarischer Mitmenschlichkeit, die wir zunehmend erleben dürfen. Zum Beispiel bei meinem vorerst letzten Stadtspaziergang am Sonntagvormittag:


Oder der Applaus für all die Held*innen, die das Land trotz Selbstgefährdung für uns noch am Laufen halten. Musikalische Privatkonzerte, die von einigen Balkonen zu hören sind. Der plötzlich viel intensivere Kontakt zu Menschen in allen Ländern, um sich zu hören und auszutauschen. Wir wachsen zusammen, wir passen aufeinander auf. Trendforscher sprechen bereits von einer Zeitenwende.

Trotzdem ergeben sich wahrscheinlich ein paar emotionale Engpässe in den kommenden Tagen, vielleicht auch Wochen. Eine gewisse Seelenklaustrophobie ist nicht ausgeschlossen, vor allem, wenn du gewohnt bist, viel Zeit draußen zu verbringen. Auch das Gefühl, gerade nichts ändern oder beeinflussen zu können, macht uns gerne zu schaffen - selbst wenn du kein Kontrolljunky bist. Was kannst du also tun, um den mentalen Lagerkoller einzufangen?


1. Stabilisation

Krisen sind anstrengend und verbrauchen eine Menge Energie. Wie findest du deine Ruhe im Sturm? Wie stärkst du jetzt dein System? Ob mit guten Gesprächen, Büchern, einem Vollbad oder deiner Yoga-Praxis - all diese Dinge kannst du nun intensivieren oder wiederbeleben. Zum Glück wurde uns ja viel Zeit geschenkt. Nutzen wir sie sinnvoll. Vielleicht ist nun auch der Zeitpunkt gekommen, um stützende Routinen für dich zu entwickeln und Neues auszuprobieren. Du hättest gerne eine funktionierende Morgenroutine? Du wolltest immer schon mal regelmäßig meditieren? Now is the time. (Büchertipps, meinen Morgenroutine-Baukasten und andere hilfreiche Links dazu findest du hier https://www.juditheizer.com/goodies).

Ein willkommener Nebeneffekt: Du erkennst, wer und was dir Kraft gibt. Im konsequenten Umkehrschluss bemerkst du auch, wer oder was dir Kraft zieht. Und kannst die Situation nutzen, um dir künftig einen bewussteren Umgang mit beidem zu gönnen.


2. Mind-Hygiene

Um dieser Situation respektvoll und mit einem klaren Geist zu begegnen, mache dir bewusst, dass du der Boss deiner Gedanken und Handlungen bist.

Welche deiner Gedanken sind hilfreich, welche verstärken deine Ängste? Welche deiner Fähigkeiten und Eigenschaften helfen dir auch in dieser Situation dabei, gelassen und ruhig zu bleiben? Und was bräuchte es, damit du die ungewünschte Situation akzeptieren kannst?

Jetzt bist du gefragt, dich auf konstruktive Weise einzubringen. Lass deine negativen Erwartungen los. Prophezeie positiv. Du kannst Angst in Vertrauen transformieren.


3. Die Situation mit lösungsorientiertem Verhalten steuern

Schließt direkt an den zweiten Punkt an: Statt in den Frühling aufzubrechen, sind wir erst mal noch angewiesen, drinnen zu bleiben. Was uns das beschert ist ein ganzes Bündel an Möglichkeiten. Der Druck von außen lässt nach, wir haben weniger Verpflichtungen. Das Phänomen FOMO (fear of missing out) eliminiert sich gerade von selbst. Wir konsumieren weniger, wenn Bars und Geschäfte wie jetzt geschlossen sind. Das ist für unseren Körper erholsam und für unseren Planeten auch: China sieht den Himmel wieder, wir haben bereits jetzt über 6 Prozent weniger Co2 - Belastung und in der Lagune von Venedig tummeln sich plötzlich Delfine, seit die Kreuzfahrtriesen nicht mehr anlegen.

Wie kannst du die Zeit qualitativ für dich nutzen? Das Leben wird langsamer und wir haben Zeit bekommen, um Liegengebliebenes zu erledigen und uns von vielen „das mache ich dann, wenn ...“ zu befreien. Ich habe zum Beispiel schon die längste Zeit ein Buchmanuskript mehr oder weniger fertig, und nachdem alle meine Lehrveranstaltungen bis auf weiteres gecancelt sind, hat die Literaturagentin meines Vertrauens selbiges nun endlich auch mal bekommen. In den nächsten Wochen machen wir es gemeinsam verlagsfertig. Da mache ich mir sozusagen mein eigenes Ostergeschenk.

Von vielen höre ich: Jetzt wird mal Wohnung geputzt, die Steuer erledigt, endlich ausgemalen. Wunderbar. Und was im Außen klappt, rentiert sich auch im Innen. Das macht diese Zeit ideal für den inneren Frühjahrsputz.

Mit Sicherheit gibt es Dinge, die du schon länger mit dir herumträgst und mit denen du final abschließen willst. Das eine oder andere Vergangenheitsthema, das du endlich loswerden möchtest – Menschen, Konflikte, Entscheidungen und (scheinbar) Verpasstes. Nach vorwärts ausgerichtet betrifft das deine in der Schublade vor sich hinschlummernden Ideen, Visionen, Wünsche und Träume. Deine nicht genutzten Stärken und Begabungen, die auf eine Gelegenheit warten. Jene Dinge, die etwas Zeit brauchen, um sich ihnen anständig widmen zu können. Oder auch die eine oder andere Unterstützung von außen, um sie endlich richtig einordnen zu können – entweder als etwas Altes, das gar nicht mehr in dein jetziges Leben passt oder etwas, das ihm eine neue Richtung geben wird. (Die meisten Berater*innen und Coaches arbeiten übrigens über Online-Formate oder Telefon weiter, falls du dich unterstützen lassen möchtest.)


4. #solidarity: Wenn du dich hilflos fühlst, hilf jemand anderem

Was immer du machst: Ob du einkaufen gehst für jemanden, der oder die das nicht kann oder sollte, dich als Bespaßung per Skype oder Gesprächspartner*in am Telefon anbietest für die, die jetzt (noch) einsamer sind als sonst, deinem älteren Nachbarn den Hund ausführst, ob du die zahlreichen Einzel- und Kleinunternehmer*innen unterstützt, die jetzt ums Überleben kämpfen, indem du bei ihnen und nicht bei Amazon bestellst (eine Liste von österreichischen Händler*innen, die dir gerne ihre Waren zuschicken - von Büchern, Kleidung, Lebensmittel, Kinderspielzeug bis Kunst und Kosmetik findest du hier www.nunukaller.com). Jemand anderem zu helfen gibt dir sofort ein gutes Gefühl. Gerade jetzt gibt es so viele Möglichkeiten.


Ich wünsche dir Gesundheit, Zuversicht und eine gute Navigation durch diese spezielle Zeit,




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DDr. Judith Heizer

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